Angriffe auf die hausärztliche Versorgung

18.07.10, 15:26:32 von der-neue-hippokrates
Die Bundesregierung spielt der Wirtschaft in die Hände und verkauft das Gesundheitssystem mehr und mehr, während Ärzteschaft und die Bevölkerung wenig dagegen tut. Unter dem Deckmäntelchen von Wohltaten wie der integrierten Versorgung oder der sogenannten Gesundheitskarte werden unsere Daten verkauft und ein riesiges Monopol von privaten Krankenhausträgern geschaffen. Auf der einen Seite wird ein Defizit von 11 Milliarden der gesetzlichen Krankenkassen behauptet, auf der anderen Seite soll für die Gesundheitskarte 14 Milliarden ausgegeben werden. Die aktuelle Gesundheitsreform von Herrn Rösler ist ein weiterer Schritt zur Abschaffung der Hausärzte, die der Industrie ein Dorn im Auge sind. Denn sie arbeiten relativ unabhängig von der Pharmaindustrie und unabhängig von Großkonzernen wie Rhön, Sana, Asklepios und Helios.

Hausarztnachwuchs ist nicht in Sicht. Vielleicht sollen die Preise der Praxen gesenkt werden und dann für ein Appel und ein Ei an die Konzerne verkauft werden, die dann die Konkurrenz aufkaufen und ihre medizinischen Versorgungszentren aufbauen?

Die Gesundheitsreform ist ein Angriff auf die hausärztliche Versorgung. Hierzu hören Sie eine Pressemitteilung von einem etablierten und langjährig praktizierenden Hausarzt, Dr. med. Wolfgang Pilz, Mitglied im Hausärzteverband Wetteraukreis, der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, DEGAM und Dr. med. Christian Haffner, Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADe), ebenfalls Mitglied im Hausärzteverband und der DEGAM.

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Wir veröffentlichen Ihre Erfahrungsberichte! Hier haben Sie die Möglichkeit, der Öffentlichkeit anonym von Ihren Erlebnissen in Kliniken und Praxen zu erzählen.



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  1. Eike Heinicke sagt:
    Der Verein für Gesundheit und soziale Verantwortung ist von Menschen in Sorge um die gesundheitliche Versorgung unserer Bevölkerung und deren sozialen Auswirkungen gegründet worden. Wir sind Patienten, Therapeuten und Bürger die auf positive Entwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam machen wollen!Wir haben allgemein an der Entwicklung und Förderung von Gesundheit ein großes Interesse und sehen hierin unsere soziale Verantwortung!



    Als Patienten, Therapeuten und gesundheitsbewusste Menschen, kennen wir, oft aus eigener Erfahrung, die isolierte hauptsächlich auf das Symtomekurieren ausgerichtete klinische Sicht- und Handlungsweise. Aus diesem nur zielorientierten, NOT-wendigen Handeln erwächst eine steigende, kostenintensive Anzahl von chronisch Kranken.

    Alle Ärzte lernen von Anfang an und hauptsächlich in der Klinik! Dort mit hoher Effizienz, unter der zunehmenden Annahme einer betriebswirtschaftlichen Logik! Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Freiburg, nennt das 'industriellen Produktionslogik', die einfach unüberlegt auf andere Teile der Medizin, besonders die hausärztliche Medizin übertragen wird, so wie wenn man auch in der Medizin etwas industriell effizient und zeitsparend produzieren müsste ( Krankenhausliegezeiten pro Diagnose).

    Wer sich heute in der Medizin Zeit nimmt, wird nicht etwa gelobt, sondern er gerät automatisch unter Verdacht, der Verschwendung und in den Verdacht der Ineffizienz, sagt Prof. Maio, und so wird den Ärzten heute, auch über die Gebührenordnung nahegelegt, die Patienten gefälligst schneller durch zu schleusen, um damit quasi den industrielle Produktionsaufwand zu verbessert wird.



    Wenn sich Effizienz nur auf Sichtbares reduziert, dann ist sie nur um das Symptom, die Struktur bekümmert. Allein das Zuhören hilft mögliche Ursachen des Symptoms zu finden, hierüber erfährt man etwas über Funktion und System des Problems oder von z.B. Schmerzen, um sich um Änderung und individuelle Behandlung zu bemühen. Das Zuhören ist auf den Dialog angewiesen, auf mindestens einen anderen Menschen, auch Angehörigen!

    Wesentlich scheint für uns zu sein, daß wir die Wurzeln der hausärztlichen Medizin, das Zuhören, das Zugewandte bei allem Kostendruck nicht verkümmern lassen sondern besser kultivieren!

    NOTwendige Medizin findet, grob gesagt, hauptsächlich im Krankenhaus und bei den Fachärzten statt, sie ist engagiert am Sichtbaren, am Symptom.



    Symtomtherapie ist entmündigend und oft langwierig, damit teuer (aber abrechenbar) und so nur betriebswirtschaftlich gut!



    Gesundheitsorientierte Therapie sollte sich besonders im pflegerischen, hausärztlichen Bereich auf Augenhöhe, unter mitwirkender Beteiligung des Patienten um die systemisch, funktionalen Bedingungen von GESUNDHEIT kümmern!

    Dabei geht es neben dem Sichtbaren (Symptom) besonders aber um das unmittelbare Zuhören, um Befinden und Teilhabe!



    "Eine sinnvolle Therapie muss sich an den Bedürfnissen der Patienten orientieren, nicht der Patient an der Therapie.“



    Wir haben bisher drei Veranstaltungen unter der Überschrift: "Hausärzte auf der Roten Liste" gehabt.

    Bei der ersten haben wir deutlich gemacht, daß wir zwar eine sinnvoll biologische Landwirtschaft, aber kaum eine biologische Medizin haben.

    In unserer 2. Veranstaltung ging es um Umweltmedizin, ganzheitlich Zahnmedizin und um die Wichtigkeit der Teilhabe bei der Therapie.

    Das 3. Thema war nachhaltige medikamentöse Therapie über die Mikroökologie des Darmes und die großen Belastungen im Abwasser von Klärwerken durch konventionelle Therapie.

    Am Freitag den 24. Juni wird es um ambulante Hospiz und Palliativtherapie gehen, eingeladen sind wieder Bürger und Therapeuten sowie Krankenkassen, Verbraucherschutz, Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer und Politik!



    Am 24.6.2016 um 19 Uhr

    im Bürgerhaus von

    66879 Reichenbach -Steegen



    Von meinem iPhone gesendet
    Eike Heinicke

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