Was Deutschland von seinen Nachbarn lernen kann

28.01.09, 17:59:55 von der-neue-hippokrates
Was können wir von unseren Nachbarn in Europa für unser Gesundheitssystem lernen? Um dies zu erfahren sind vom 20.-24. Januar 2009 37 Ärzte, die in der Spezialisierungsphase zum Hausarzt sind, in die Niederlande gefahren und haben sich dort das Hausarztsystem angesehen. Hier können besonders wir Deutschen viel lernen, nicht nur von Holland, sondern von beinahe allen anderen Nationen auch, meint der Herausgeber der Internetzeitung "der neue Hippokrates" Dr. Christian Haffner, der diesen Austausch mitmachte.

www.der-neue-hippokrates.com

Wir veröffentlichen Ihre Erfahrungsberichte! Hier haben Sie die Möglichkeit, der Öffentlichkeit anonym von Ihren Erlebnissen in Kliniken und Praxen zu erzählen.

Download MP3 (11,9 MB)

Alle Kommentare RSS

  1. Wolfgang Wittwer sagt:
    Ich gebe Christian Haffner recht, was die Mängel der Hausarztausbildung und den ineffizienten Einsatz von Allgemeinmedizinern in Deutschland betrifft.
    Er sollte aber bitte nicht die jeweiligen Vorteile der jeweiligen Systeme zu einem Ganzen zusammenfassen, denn es gibt überall Vor- und eben auch Nachteile, und die sind oft unterschiedlicher Art. "Kostenlose" Gesundheitsversorgung gibt es eigentlich selten - denn Kosten für den Patienten sind ein Steuerungsmechanismen, die verhindern, dass die Anforderungen aus dem Ruder laufen. Kein skandinavisches System verzichtet darauf und man zahlt in Schweden, Norwegen und Dänemark deutlich mehr hinzu als in Deutschland. Die Wartezeiten für die Patienten beim "fastlege" in Norwegen oder beim "husläkare" in Schweden sind deutlich länger als in Deutschland und Hausbesuche sind relativ selten. Auch besitzen die Ärzte der Grundversorgung nicht die hohe Kompetenz, die sie nach den Erfahrungen Christian Haffners in den Niederlanden wohl haben müssten. Mein niederländischer Assistenzarzt bestreitet diese Superkompetenz und ist hierher nach Norwegen gekommen, weil er in seinem Land trotz guten Examens erst in einigen Jahren eine Assistentenstelle bekommen hätte - ein Grund dafür, dass die Niederlande deutsche Oberärzte anwerben müssen, um z.B. die psychiatrische Basisversorgung im Land zu gewährleisten.
    Eben die ist auch in Skandinavien mangelhaft, weil auf kommunalem Niveau vorwiegend von weitergebildetem Pflegepersonal betrieben - in etwas schwieriger Zusammenarbeit mit vorwiegend Benzodiazepine verschreibenden Hausärzten ohne psychiatrische Kompetenz.
    Vorsicht also bei Vergleichen, auch wenn ich die Situation der Basisversorge möchte r in Deutschland für katastrofal halte. Genauso katastrofal wie die der eigentlich Grundversorgung betreibenden Psychiater und anderer Kollegen.
    Jedes Land muss hier von den anderen lernen. Leider gibt es zu viele Missionare und kaum Lernwillige.
    Damit möchte ich es heute bewenden lassen.

    Vdennlig hilsen fra Norge.

Dein Kommentar

Du bist nicht eingeloggt. Wenn du dich anmeldest, musst du in Zukunft Name und E-Mail Adresse nicht mehr eingeben.